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Geschichte der Entstehung der Ratskommission für Gleichstellungs- und Frauenfragen der Stadt Recklinghausen

Am 18.07.2001 beantragte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Recklinghausen bei Herrn Bürgermeister Pantförder die Gründung einer Kommission für Gleichstellungs- und Frauenfragen.

Die erste Behandlung des Themas erfolgte daraufhin im Ausschuss für Personal- und Gleichstellungsfragen am 21.02.2002. Die Ausschussmitglieder erachteten die Gründung eines frauenspezifischen Gremiums für wünschenswert. Die Verwaltung (Gleichstellungsstelle) wurde beauftragt, unter Beteiligung von Politik, Verwaltung und Recklinghäuser Frauengruppen einen Workshop durchzuführen, um Sinn und Zweck eines solchen Gremiums zu klären. Anschließend sollte nach Vorliegen der Arbeitsergebnisse die Entscheidung getroffen werden.

Dieser Workshop mit dem Thema "Einrichtung eines frauenspezifischen Gremiums/einer Kommission für Gleichstellungs- und Frauenfragen" fand am 31.10.2002 statt.

Zunächst standen Berichte übe den Frauenausschuss in Münster, den Frauenbeirat in Bochum sowie anderer Beiräte und die Behindertenkommission in Recklinghausen auf der Tagesordnung. In zwei Arbeitsgruppen wurden die Argumente für und gegen die Bildung eines Frauenausschusses und einer Frauenkommission erarbeitet. Bei der darauf folgenden Darstellung und Erörterung der Ergebnisse ergab sich eindeutig, dass alle Anwesenden ein kommunalpolitisches Frauengremiun als unbedingt erforderlich und sinnvoll erachteten.

Am Ende des Workshops standen folgende inhaltliche Arbeitsschwerpunkte fest:

  • Bessere Chancen von Frauen in der Arbeitswelt (Zugang von Frauen zum Arbeitsmarkt, Frauen in Führungsverantwortung, Selbständige und Gründerinnen)
  • Kinderbetreuung (flexibles und frauenfreundliches Angebot in der Kommune)
  • Mädchenförderung (Ansatz bei den Problematiken zur Mädchenberufswahl sowie Zunahme von Teenagerschwangerschaften)
  • Frauenbelange bei Projekten der Stadtplanung und -entwicklung (Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten im öffentlichen Raum sowie Anforderungen an Planung z. B. im Wohnungsbau)
  • Migrantinnen/ausländische Mitbürgerinnen bzw. Einwohnerinnen (Integration und Abbau von Isolation)
  • Gewalt gegen Frauen (Umsetzung des neuen Gewaltschutzgesetzes vor Ort)

Alle sechs Schwerpunkte haben gemeinsam die Ausrichtung auf Zusammenarbeit und Vernetzung verschiedener Institutionen und ihrer Akteure bzw. Akteurinnen, wie:

  • Arbeitsamt
  • FATZ
  • Städt. Gleichstellungsstelle
  • Verein "Frauen in Arbeit e. V."
  • Frauenberatung
  • Frauenhaus
  • Verwaltung (insbesondere mit den Fachbereichen 50 (Arbeit, Soziales und Wohnen), 51 (Kinder, Jugend und Familie), 40 (Schule und Sport), 61 (Bauen, Planen, Wohnen) sowie 15 (Wirtschaftsförderung)

Ein sehr wichtiges Thema war die Vernetzungsarbeit. Besonders die Zusammenarbeit zwischen der neu zu gründenden Kommission für Gleichstellungs- und Frauenfragen und dem seit zehn Jahren bestehenden Netzwerk Frauenforum wurde als Voraussetzung kontinuierlicher Frauenlobbyarbeit angesehen. Es galt nun, Strukturen zu schaffen, die diese Vernetzung sicherstellen sollten.

Mit einer Ratspetition gemäß § 24 Gemeindeordnung vom 12.12.2002 beantragten vier Bürgerinnen mit zahlreichen Unterstützungsunterschriften die Einrichtung eines Frauenausschusses.

In der Sitzung des Ausschusses für Personal- und Gleichstellungsfragen am 05.05.2003 wurde beschlossen, eine Ratskommission für Gleichstellungs- und Frauenfragen einzurichten. Die Bildung einer solchen Ratskommission entsprach nach Meinung der Entscheidenden dem Ergebnis des durchgeführten Workshops, da die Einbeziehung von Interessenvertreterinnen des Frauenforums auf diese Weise gesichert werden konnte. Die Bildung eines an die Regeln der GO gebundenen Ausschusses wäre nicht im gleichen Maße geeignet gewesen, da die für die Kommissionstätigkeit wichtige Vernetzungsarbeit mit dem Frauenforum nicht in dem notwendigen Umfang hätte erfolgen können.