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| Tourismus & Stadtinformation > StadtinformationStadtwappenZur Geschichte und Bedeutung des Wappens der Stadt Recklinghausen: Der Antrag auf Verleihung eines Stadtwappens wurde im Juli 1907 an den Regierungspräsidenten in Münster gerichtet, der das Gesuch an das Preußische Innenministerium weiterleitete. Von einem unbekannten Ministerialbeamten wurde im Dezember 1907 der Ergänzungsvorschlag gemacht, das neue Wappen zusätzlich mit einer „dreitürmigen sandsteinfarbenen Mauerkrone“ zu „bedecken“. Das Heroldsamt in Berlin wies im März 1908 als Bedingung für die endgültige Genehmigung ein helles Grün für den Wappenschild an; der „Königliche Hof-Wappen-Maler“ Helnig übernahm im April 1908 die ausführenden Arbeiten. Der Entwurf wurde in der Magistratssitzung vom 4.5.1908 für gut befunden und zwecks Vorlage bei Kaiser Wilhelm II., hier in seiner Eigenschaft als König von Preußen, wiederum nach Berlin zurückgeschickt. Dieses Konzept erhielt von Kaiser Wilhelm II. in seiner Eigenschaft als König von Preußen am 3.6.1908 mit eigenhändiger Signatur die Genehmigung. Am selben Tag kam das Wappen offiziell in Geltung. Das neue Stadtwappen wird folgendermaßen blasoniert: Die Ikonographie des Wappens führt auf direktem Wege zurück ins 13. Jahrhundert, in die Zeit der erzbischöflich sanktionierten Stadtwerdung und Siegelaneignung. Das Bild zeigt in bemerkenswerter geschichtlicher Kontinuität eine komplex aufgebaute Stadtarchitektur und – selten genug in der modernen Kommunalheraldik – sog. Beiwerk zum Wappenschild, hier: die sog. corona muralis, d.h. die dreitürmige Zinnenmauerkrone, die als eine Modeerscheinung vor dem Ersten Weltkrieg anzusprechen ist: Auch die aufstrebenden Ruhrgebietsstädte Buer, Herne und Osterfeld schmückten im frühen 20. Jahrhundert ihr Wappen mit einer solchen Mauerkrone. Ursprünglich stammte dieser Schmuck aus der rheinisch-französischen Kommunalheraldik der napoleonischen Zeit und wurde vom Preußischen Heroldsamt im 19. Jahrhundert weiterentwickelt (auch Douai, die erste Partnerstadt Recklinghausens, führt bis heute eine gewölbte Mauerkrone im Wappenschild): Große Städte zierten sich gerne mit einer fünftürmigen corona, kleinere Städte hingegen begnügten sich mit einer dreiteiligen Mauerkrone. In den mittleren Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts geriet dieser Usus jedoch massiv unter Druck: Die völkisch-nationalsozialistische Heraldik sagte diesem ‚welschen’ Zierat den Kampf an – nicht so im Ausnahmefall Recklinghausen, wo sich die schöne Mauerkrone bis heute erhalten hat. Die Farbkombination aus Metall (Gold) und den Tinkturen Grün bzw. Ocker ist ebenfalls nicht weit verbreitet, vorherrschend sind bei Gold ansonsten die Tinkturen Rot und Schwarz. Dr. Matthias Kordes, Stadtarchiv Recklinghausen |